Chronifizierte affektive Zustände
Affekte sind kurzfristige Aktivierungen.
Zustände sind stabilisierte Aktivierungsmuster.
Wenn affektive Ketten sich wiederholen
und nicht integriert werden,
verdichten sie sich zu einer dauerhaften Grundaktivierung.
Was im Modell als
Reiz → Filter → Affekt → Emotion → Kette → Zustand
beschrieben wird,
endet hier nicht im Moment,
sondern in Struktur.
Ein chronifizierter affektiver Zustand ist:
- keine Stimmung
- keine Laune
- kein einzelnes Gefühl
Er ist eine eingestellte Grundaktivierung des Nervensystems.
Er beeinflusst:
- Wahrnehmung
- Selbstwert
- Beziehungsfähigkeit
- Zukunftserwartung
- Handlungsbereitschaft
Chronifizierte Zustände entstehen durch wiederholte,
nicht regulierte affektive Prozesse.
Sie sind gelernt.
Sie sind relational geprägt.
Und sie sind veränderbar.
Die folgenden Kapitel analysieren einzelne dieser Zustände
prozesslogisch im Rahmen des affektiven Prozessmodells.